Pilze im Oktober in Deutschland: Diese Arten haben jetzt Saison

Der Oktober gehört in Deutschland zu den interessantesten Monaten für Pilzsammler. Die Nächte werden kühler, der Waldboden bleibt länger feucht und nach einigen Regentagen können innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Fruchtkörper erscheinen. In Laub-, Misch- und Nadelwäldern findet man jetzt sowohl klassische Röhrlinge als auch Schirmlinge, Hallimasch und verschiedene späte Herbstpilze.

Welche Pilze im Oktober tatsächlich wachsen, hängt allerdings stark von Region, Höhenlage und Wetter ab. Nach einem warmen und feuchten September kann die Hauptsaison bis weit in den Oktober reichen. Nach frühen Nachtfrösten nimmt die Vielfalt dagegen schnell ab.

Hier sind 12 Pilze, die man im Oktober in Deutschland besonders häufig finden kann.

1. Steinpilz (Boletus edulis)

Pilze im Oktober in Deutschland: Diese Arten haben jetzt Saison

Der Steinpilz gehört zu den bekanntesten Speisepilzen Deutschlands. Seine Saison beginnt oft bereits im Sommer, doch in vielen Regionen gibt es im September und Oktober noch einmal besonders gute Funde.

Typisch sind der braune Hut, der kräftige helle Stiel mit einer feinen Netzzeichnung und die zunächst weißen, später gelblich bis olivfarbenen Röhren.

Steinpilze wachsen in Verbindung mit Bäumen. Besonders häufig findet man sie unter:

  • Fichten
  • Buchen
  • Eichen
  • Kiefern

Im Oktober lohnt sich die Suche vor allem in älteren Misch- und Nadelwäldern nach einigen milden Regentagen.

Eine wichtige Verwechslungsmöglichkeit ist der Gallenröhrling (Tylopilus felleus). Er ist zwar nicht gefährlich giftig, schmeckt jedoch extrem bitter und kann ein ganzes Pilzgericht ungenießbar machen.

2. Maronen-Röhrling (Imleria badia)

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Der Maronen-Röhrling ist einer der typischsten deutschen Herbstpilze und kann im Oktober stellenweise massenhaft auftreten.

Sein kastanien- bis dunkelbrauner Hut erinnert farblich an eine Esskastanie. Die Röhren auf der Unterseite sind zunächst hellgelb und werden später olivgelb. Bei Druck verfärben sie sich häufig blau.

Besonders gute Chancen bestehen in Nadelwäldern mit Fichten und Kiefern, häufig auf sauren, moosigen Böden.

Nach feuchten Herbsttagen gehört die Marone vielerorts zu den Pilzen, die man bei einem Waldspaziergang am häufigsten sieht.

3. Pfifferling (Cantharellus cibarius)

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Pfifferlinge verbindet man häufig mit dem Sommer, doch bei geeignetem Wetter kann ihre Saison in Deutschland bis in den Oktober reichen.

Charakteristisch sind die gelbe bis goldgelbe Farbe und die deutlich am Stiel herablaufenden Leisten. Diese sind ein wichtiges Merkmal: Pfifferlinge besitzen keine echten Lamellen.

Besonders in milden Regionen oder nach einem warmen September können Anfang Oktober noch gute Funde möglich sein.

Verwechslungen sind unter anderem mit dem Falschen Pfifferling (Hygrophoropsis aurantiaca) möglich. Dieser besitzt deutlich dünnere, echte Lamellen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt ebenfalls die unterschiedlichen Strukturen auf der Hutunterseite als wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

4. Parasol (Macrolepiota procera)

Der Parasol oder Riesenschirmling gehört zu den auffälligsten Pilzen des Herbstes. Voll entwickelte Exemplare können Hüte von mehr als 20 Zentimetern Durchmesser erreichen.

Ein typischer Parasol besitzt einen hohen, schlanken Stiel mit einer braunen, schlangenartigen Zeichnung und einen verschiebbaren Ring. Der Hut ist hell und mit zahlreichen braunen Schuppen bedeckt.

Man findet Parasole häufig nicht tief im Wald, sondern an:

Waldrändern, Waldwegen, Lichtungen, Wiesen und grasigen Stellen.

Bei jungen, noch geschlossenen Schirmlingen ist besondere Vorsicht angebracht, da verschiedene kleinere Schirmlingsarten giftig sein können.

5. Hallimasch (Armillaria spp.)

Im Oktober beginnt vielerorts die große Zeit des Hallimaschs. Er wächst meist nicht einzeln, sondern in größeren Büscheln an Baumstümpfen, Wurzeln und geschwächten oder abgestorbenen Bäumen.

Die Hüte sind honiggelb bis braun und häufig mit kleinen dunkleren Schüppchen bedeckt.

Hallimasch ist allerdings kein Pilz für unerfahrene Sammler. Mehrere ähnlich aussehende Holzbewohner können zu Verwechslungen führen, und Hallimasch muss ausreichend erhitzt werden. Roh oder unzureichend gegart kann er Beschwerden verursachen.

Wer Hallimasch sammeln möchte, sollte deshalb besonders auf eine sichere Bestimmung achten.

6. Krause Glucke (Sparassis crispa)

Die Krause Glucke sieht kaum wie ein klassischer Pilz aus. Ihr großer, cremefarbener Fruchtkörper besteht aus zahlreichen gewellten und verzweigten Lappen und erinnert ein wenig an einen Badeschwamm oder Blumenkohl.

Sie wächst überwiegend am Fuß älterer Kiefern oder an deren Wurzeln.

September und Oktober gehören zu den besten Monaten für diese auffällige Art. Größere Exemplare können mehrere Kilogramm schwer werden.

Der größte Aufwand beginnt oft erst nach dem Sammeln: Zwischen den vielen Verzweigungen sammeln sich Erde, Nadeln und kleine Insekten, weshalb die Reinigung vergleichsweise zeitaufwendig ist.

7. Flockenstieliger Hexen-Röhrling (Neoboletus luridiformis)

Dieser kräftige Röhrling kann bis weit in den Herbst hinein gefunden werden.

Er besitzt meist einen dunkelbraunen Hut, gelbliches Fleisch und einen Stiel mit zahlreichen kleinen roten Punkten. Bei Verletzung verfärbt sich das Fleisch sehr schnell intensiv blau.

Diese dramatische Farbveränderung bedeutet nicht automatisch, dass ein Pilz giftig ist.

Trotzdem sollten Anfänger Hexen-Röhrlinge nicht allein anhand der Blaufärbung bestimmen. Innerhalb der ähnlichen Röhrlinge gibt es mehrere Arten, und für eine sichere Bestimmung müssen Hut, Poren, Stielzeichnung, Standort und weitere Merkmale zusammen betrachtet werden.

8. Rotfußröhrling (Xerocomellus spp.)

Rotfußröhrlinge gehören zu den häufigsten Röhrlingen in deutschen Wäldern. Mehrere ähnliche Arten werden umgangssprachlich unter diesem Namen zusammengefasst.

Typisch sind gelbliche Röhren und rötliche Farbtöne am Stiel. Bei manchen Arten reißt die Hutoberfläche auf und zeigt darunter rötliches Gewebe.

Im Oktober findet man sie häufig in Laub- und Mischwäldern.

Ältere Exemplare werden allerdings schnell weich, von Insekten befallen oder von Schimmelpilzen besiedelt. Zum Sammeln sind deshalb vor allem junge, feste Fruchtkörper interessant.

9. Schopftintling (Coprinus comatus)

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Der Schopftintling bevorzugt völlig andere Standorte als viele klassische Waldpilze. Er wächst häufig auf Wiesen, an Wegrändern, in Parks oder auf nährstoffreichen Böden.

Junge Exemplare besitzen einen länglichen weißen Hut mit auffälligen Schuppen.

Die Zeit zum Sammeln ist allerdings kurz. Mit zunehmendem Alter beginnt sich der Hut vom Rand her schwarz zu verfärben und schließlich in eine dunkle Flüssigkeit aufzulösen.

Im Oktober können nach Regen plötzlich große Gruppen erscheinen und bereits wenige Tage später wieder verschwunden sein.

10. Violetter Rötelritterling (Lepista nuda)

Wenn die Temperaturen im Oktober sinken, beginnt für einige typische Spätherbstpilze erst die eigentliche Saison.

Dazu gehört der Violette Rötelritterling. Hut, Lamellen und Stiel können mehr oder weniger deutlich violett gefärbt sein. Mit zunehmendem Alter verblassen die Farben häufig.

Die Art wächst in Laub- und Nadelwäldern, aber auch in Laubstreu oder auf humusreichen Böden.

Die violette Farbe allein reicht jedoch keinesfalls für eine Bestimmung aus. Auch verschiedene Schleierlinge können violette Farbtöne besitzen, darunter Arten, die nicht essbar oder giftig sind.

11. Semmelstoppelpilz (Hydnum repandum)

Der Semmelstoppelpilz lässt sich schon beim Blick unter den Hut von den meisten klassischen Speisepilzen unterscheiden.

Statt Lamellen oder Röhren besitzt er zahlreiche kleine Stacheln.

Der Hut ist meist cremefarben, gelblich oder blass orange. Die Fruchtkörper wachsen häufig in Gruppen oder Reihen in Laub- und Nadelwäldern.

Die Hauptsaison reicht vom Spätsommer bis weit in den Herbst. Deshalb ist der Semmelstoppelpilz auch im Oktober noch ein typischer Fund.

12. Austernseitling (Pleurotus ostreatus)

Pilze im Oktober in Deutschland: Diese Arten haben jetzt Saison

Während viele andere Pilze nach den ersten kalten Nächten verschwinden, beginnt die Saison des Austernseitlings häufig erst richtig.

Er wächst büschelig an abgestorbenem oder geschwächtem Laubholz, besonders häufig an Buchen.

Die Hüte sind muschel- bis fächerförmig und meist grau, graubraun oder blaugrau. Die hellen Lamellen laufen deutlich am kurzen Stiel herab.

Austernseitlinge können vom Herbst bis in den Winter erscheinen. Deshalb lohnt sich die Pilzsuche auch nach dem Ende der klassischen Steinpilzsaison.

Wo findet man im Oktober besonders viele Pilze?

Ein guter Pilzwald muss nicht unbedingt besonders dicht oder abgelegen sein. Viel wichtiger sind geeignete Baumarten, Bodenverhältnisse und ausreichend Feuchtigkeit.

Nach längerer Trockenheit bringt ein einzelner Regentag meist noch keine große Pilzwelle. Das Pilzgeflecht im Boden benötigt Zeit und geeignete Temperaturen, bevor neue Fruchtkörper entstehen.

Besonders interessant sind im Oktober ältere Mischwälder, moosige Fichten- und Kiefernwälder sowie Buchen- und Eichenbestände. Auch Waldränder, Lichtungen, alte Baumstümpfe und Totholz sollte man nicht ignorieren – dort wachsen Arten, die man mitten im geschlossenen Wald kaum findet.

Welche Pilze sind im Oktober besonders gefährlich?

Die große Artenvielfalt im Herbst bedeutet gleichzeitig ein erhöhtes Verwechslungsrisiko.

Besonders wichtig ist in Deutschland der Grüne Knollenblätterpilz (Amanita phalloides). Er enthält Amatoxine, die schwere Leberschäden verursachen können. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt ausdrücklich davor, dass bereits geringe Mengen hochgiftiger Pilze schwere oder sogar tödliche Vergiftungen verursachen können.

Weitere Pilze, bei denen im Herbst besondere Vorsicht notwendig ist, sind beispielsweise Pantherpilz, verschiedene Schleierlinge und kleine Schirmlinge.

Ein Pilz sollte deshalb niemals allein aufgrund von Hutfarbe oder eines Fotos als essbar eingestuft werden. Für eine Bestimmung sind unter anderem Hutunterseite, Stielbasis, Ring, Verfärbungen, Geruch, Substrat und Standort wichtig.

Im Zweifel bleibt der Pilz im Wald.

Darf man in Deutschland Pilze sammeln?

Grundsätzlich dürfen wild wachsende Pilze an Orten ohne entsprechendes Betretungsverbot in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf gesammelt werden. Genau diese sogenannte Handstraußregelung ist in § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes geregelt.

Für einige besonders geschützte Speisepilze gelten spezielle Ausnahmen. Dazu gehören unter anderem Steinpilze, heimische Pfifferlinge sowie Birkenpilze und Rotkappen, die in geringen Mengen für den eigenen Bedarf gesammelt werden dürfen.

Zusätzlich können regionale Vorschriften gelten. In Naturschutzgebieten oder anderen geschützten Flächen kann das Sammeln vollständig untersagt sein.

Pilze im Oktober richtig bestimmen

Gerade im Herbst können innerhalb weniger Quadratmeter zahlreiche Arten nebeneinander wachsen. Deshalb sollte jeder Fruchtkörper einzeln überprüft werden.

Für eine Bestimmung sind Fotos aus mehreren Perspektiven besonders hilfreich. Fotografiere nicht nur den Hut von oben, sondern auch die Unterseite und den vollständigen Stiel einschließlich Stielbasis. Notiere außerdem, ob der Pilz auf Erde, Holz oder direkt bei einer bestimmten Baumart gewachsen ist.

Mit MushroomID kannst du Fotos eines Fundes analysieren und mögliche Arten vergleichen.

Eine App oder Bilderkennung sollte jedoch nur als Bestimmungshilfe verwendet werden. Ob ein wild gesammelter Pilz gegessen werden kann, sollte bei Unsicherheit durch eine qualifizierte Pilzberatung bestätigt werden.

Lohnt sich Pilzesammeln im Oktober?

Ja. In vielen Regionen Deutschlands ist der Oktober sogar einer der abwechslungsreichsten Pilzmonate.

Zu Beginn des Monats überschneiden sich häufig Arten des Spätsommers mit klassischen Herbstpilzen. Später verschwinden wärmeliebendere Arten langsam, während Hallimasch, Rötelritterlinge, Austernseitlinge und andere kälteverträgliche Pilze häufiger werden.

Ein feuchter und milder Oktober kann deshalb hervorragende Bedingungen bieten.

Nach den ersten stärkeren Frösten endet die Pilzsaison übrigens nicht vollständig. Sie verändert sich lediglich – und die Suche verlagert sich zunehmend vom Waldboden auf Baumstämme, Stümpfe und Totholz.

Häufige Fragen

Wie lange nach Regen sollte man im Oktober nach Pilzen suchen?

Oft lohnt sich ein Waldbesuch einige Tage nach einer längeren Regenperiode. Wie schnell neue Fruchtkörper erscheinen, hängt jedoch stark von Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und Pilzart ab.

Kann man nach dem ersten Frost noch Pilze sammeln?

Ja. Einige Arten vertragen niedrige Temperaturen gut oder erscheinen sogar bevorzugt im späten Herbst und Winter. Stark durchgefrorene und anschließend wieder aufgetaute Speisepilze sollten jedoch nicht gesammelt werden.

Ist morgens die beste Zeit zum Pilzesammeln?

Für das Pilzwachstum spielt die Tageszeit kaum eine Rolle. Früh am Morgen sind beliebte Sammelgebiete allerdings oft noch weniger besucht, sodass die Chance auf unentdeckte Fruchtkörper größer sein kann.

Soll man Pilze abschneiden oder herausdrehen?

Für das unterirdische Myzel macht eine vorsichtige Entnahme in der Regel wenig Unterschied. Für die Bestimmung kann der vollständige Stiel einschließlich Basis jedoch entscheidende Merkmale enthalten. Die entstandene Stelle sollte anschließend möglichst wieder mit Laub oder Erde bedeckt werden.

Welche Pilze findet man Ende Oktober noch?

Nach kühlen Nächten werden typische wärmere Arten oft seltener. Dafür steigen die Chancen auf Spätherbstpilze wie Violette Rötelritterlinge sowie auf holzbewohnende Arten wie Austernseitlinge. In milden Jahren können gleichzeitig weiterhin Maronen-Röhrlinge und andere klassische Herbstpilze wachsen.

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