Unter Kiefern lassen sich erstaunlich viele charakteristische Pilzarten finden. Einige von ihnen sind so eng mit Kiefern verbunden, dass der Baum selbst zu einem der wichtigsten Hinweise bei der Bestimmung wird. Besonders Röhrlinge, Reizker, Täublinge und Ritterlinge sind in Kiefernwäldern regelmäßig vertreten.
Wer einen Pilz unter Kiefern bestimmen möchte, sollte trotzdem nicht nur auf den Begleitbaum achten. Hut, Röhren oder Lamellen, Stiel, Milch, Farbveränderungen und Bodenverhältnisse müssen ebenfalls zum vermuteten Pilz passen. Ein brauner Röhrling unter einer Kiefer kann beispielsweise zu mehreren völlig unterschiedlichen Arten gehören.
⚠️ Mit unserer Pilzbestimmung per Foto kannst du einen unbekannten Fund zunächst eingrenzen. Fotografiere dabei möglichst auch den Standort und die Kiefer, denn gerade bei Mykorrhizapilzen kann der Begleitbaum für die Bestimmung sehr hilfreich sein.
Warum wachsen bestimmte Pilze unter Kiefern?
Viele typische Kiefernpilze bilden mit dem Baum eine sogenannte Mykorrhiza. Dabei verbindet sich das Pilzgeflecht im Boden mit den feinen Wurzeln der Kiefer, sodass beide Organismen voneinander profitieren.
Der sichtbare Pilz ist lediglich der Fruchtkörper dieses wesentlich größeren unterirdischen Systems. Deshalb können an derselben Stelle über mehrere Jahre hinweg immer wieder dieselben Pilzarten erscheinen, wenn Witterung und Bodenbedingungen geeignet sind.
Ein Fruchtkörper muss außerdem nicht unmittelbar am Stamm stehen. Die Wurzeln einer Kiefer reichen weit in den Boden, sodass typische Begleitpilze auch mehrere Meter vom Baum entfernt wachsen können.
Welche Pilze wachsen besonders häufig bei Kiefern?
Kiefern besitzen eine vielfältige Pilzflora. Besonders auffällig sind verschiedene Schmierröhrlinge der Gattung Suillus, von denen mehrere Arten eng an Kiefern gebunden sind.
Daneben findet man orangefarbene Reizker, Täublinge, Ritterlinge und weitere Röhrlinge. Manche Arten bevorzugen trockene Sandböden, während andere eher auf kalkreichen oder feuchteren Standorten erscheinen.
Die folgenden 15 Arten gehören zu den charakteristischen Pilzen, denen man in Deutschland unter oder in unmittelbarer Nähe von Kiefern begegnen kann.
1. Butterpilz – Suillus luteus

Der Butterpilz gehört zu den bekanntesten Pilzen unter Kiefern. Sein brauner Hut besitzt bei feuchtem Wetter eine deutlich schleimige Oberfläche, während die Röhrenschicht zunächst hellgelb und später kräftiger gelb wirkt.
Ein wichtiges Merkmal ist der Ring am Stiel. Junge Fruchtkörper besitzen zunächst eine Teilhülle über den Röhren, die beim Aufschirmen aufreißt und als Ring zurückbleibt.
Der Butterpilz lebt in enger Verbindung mit Kiefern und wird besonders häufig bei jungen Waldkiefern gefunden. Die Kombination aus schleimigem braunem Hut, gelben Röhren und Ring macht typische Exemplare vergleichsweise auffällig.
2. Körnchenröhrling – Suillus granulatus

Auch der Körnchenröhrling ist ein typischer Kiefernbegleiter. Sein Hut ist gelbbraun bis orangebraun und kann bei feuchtem Wetter ebenfalls schmierig werden.
Im Gegensatz zum Butterpilz besitzt der Körnchenröhrling keinen Ring. Bei jungen Exemplaren können an den gelblichen Poren kleine milchige bis klare Tröpfchen erscheinen, und im oberen Stielbereich sind häufig feine körnige Punkte sichtbar.
Gerade der fehlende Ring hilft bei der Unterscheidung vom Butterpilz. Beide Arten können jedoch am gleichen Standort vorkommen, sodass jeder Fruchtkörper einzeln betrachtet werden sollte.
3. Sandröhrling – Suillus variegatus
Der Sandröhrling besitzt einen gelblich- bis olivbraunen Hut, dessen Oberfläche im Vergleich zu anderen Schmierröhrlingen meist trockener wirkt. Die feinen Schüppchen oder Körnchen auf dem Hut können ihm ein leicht filziges Erscheinungsbild verleihen.
Unter dem Hut befinden sich gelbliche bis olivfarbene Röhren. Bei Verletzungen kann das Fleisch schwach bläulich reagieren, wobei die Verfärbung nicht immer besonders stark ausfällt.
Die Art ist typisch für Kiefern auf eher sauren und häufig sandigen Böden. In geeigneten Kiefernwäldern kann sie gemeinsam mit Kuhröhrlingen und anderen spezialisierten Begleitpilzen auftreten.
4. Kuhröhrling – Suillus bovinus

Der Kuhröhrling besitzt einen gelb- bis orangebraunen Hut und auffällig große, unregelmäßig geformte Poren. Der Stiel ist relativ schlank und besitzt keinen Ring.
Die Art wächst typischerweise bei Kiefern und bevorzugt häufig nährstoffarme, saure Böden. Besonders in sandigen Kiefernwäldern können größere Gruppen erscheinen.
Ein interessanter Hinweis ist das gemeinsame Vorkommen mit dem Rosa Schmierling. Beide Arten sind ökologisch eng miteinander verbunden und können deshalb am selben Fundort auftreten.
5. Kiefern-Steinpilz – Boletus pinophilus

Der Kiefern-Steinpilz gehört zur engeren Gruppe der Steinpilze. Sein Hut ist häufig dunkel rotbraun bis kastanienbraun und kann kräftiger gefärbt sein als beim Gemeinen Steinpilz.
Der Stiel ist hell und besitzt eine feine Netzzeichnung. Unter dem Hut befindet sich eine zunächst helle Röhrenschicht, die sich mit zunehmendem Alter gelblich bis olivfarben verändert.
Wie sein Name vermuten lässt, findet man den Kiefern-Steinpilz häufig bei Kiefern, er kann jedoch auch mit anderen Nadelbäumen verbunden sein. Wer die Steinpilzgruppe genauer kennenlernen möchte, findet weitere Merkmale unter Steinpilz bestimmen: Merkmale und Verwechslungspartner.
6. Edel-Reizker – Lactarius deliciosus

Der Edel-Reizker ist einer der charakteristischsten orangefarbenen Pilze unter Kiefern. Sein Hut zeigt häufig konzentrische orangefarbene Zonen, während die Lamellen ebenfalls orange gefärbt sind.
Bei Verletzungen tritt eine orange bis karottenfarbene Milch aus. Am Stiel findet man häufig kleine dunklere Vertiefungen, sogenannte Grübchen, die bei der Unterscheidung ähnlicher Reizker hilfreich sind.
Der Begleitbaum ist besonders wichtig, denn der Edel-Reizker ist eng mit Kiefern verbunden. Unter Fichten findet man dagegen eher den sehr ähnlichen Fichten-Reizker.
7. Spangrüner Kiefern-Reizker – Lactarius semisanguifluus
Der Spangrüne Kiefern-Reizker ähnelt dem Edel-Reizker auf den ersten Blick stark. Er besitzt ebenfalls einen orangefarbenen Hut und orange Lamellen und wächst typischerweise bei Kiefern.
Ein auffälliges Merkmal ist die Veränderung der Milch. Sie tritt zunächst orange aus und nimmt anschließend relativ schnell rötliche bis weinrote Töne an, während ältere Fruchtkörper deutlich grün verfärbt sein können.
Bei stark grünen Exemplaren kann die ursprüngliche orange Färbung teilweise in den Hintergrund treten. Standort, Milchreaktion und weitere Merkmale sollten deshalb gemeinsam beurteilt werden.
8. Rotbrauner Milchling – Lactarius rufus

Der Rotbraune Milchling besitzt einen trockenen rotbraunen bis dunkelbraunen Hut, der häufig einen kleinen spitzen Buckel in der Mitte zeigt. Seine Lamellen sind deutlich heller als der Hut, und bei Verletzungen tritt weiße Milch aus.
Die Art bevorzugt saure Böden und ist in Nadelwäldern weit verbreitet. Sie kann besonders bei Kiefern und Fichten auftreten und gehört in entsprechenden Habitaten zu den regelmäßig gefundenen Milchlingen.
Das Fleisch schmeckt stark scharf, weshalb die Art nicht mit den orange- bis rotmilchenden Reizkern gleichgesetzt werden sollte. Die Farbe der austretenden Milch ist hier ein besonders hilfreiches Unterscheidungsmerkmal.
9. Kupferroter Gelbfuß – Chroogomphus rutilus
Der Kupferrote Gelbfuß besitzt einen kupferbraunen bis rötlichbraunen Hut, der bei feuchtem Wetter etwas schmierig wirken kann. Unter dem Hut befinden sich dickliche Lamellen, die im Alter zunehmend dunkel werden.
Der Stiel zeigt häufig gelbliche bis orangefarbene Töne und kann zur Basis hin kräftiger gefärbt sein. Der Pilz wirkt dadurch deutlich anders als typische braune Röhrlinge, obwohl er systematisch mit den Röhrlingsartigen verwandt ist.
Die Art ist eng mit Kiefernlebensräumen verbunden. Wer einen solchen Pilz findet, sollte besonders auf die Kombination aus braunem Hut, dunkler werdenden Lamellen und dem Wachstum bei Kiefern achten.
10. Rosa Schmierling – Gomphidius roseus
Der Rosa Schmierling fällt durch seinen rosa bis rosaroten Hut auf. Die Lamellen sind zunächst relativ hell und werden mit der Sporenreife zunehmend grau bis dunkel.
Der Stiel ist hell und kann an der Basis gelbliche Bereiche zeigen. Besonders interessant ist seine ökologische Verbindung zum Kuhröhrling, weshalb beide Arten nicht selten am gleichen Kiefernstandort gefunden werden.
Die auffällige Hutfarbe macht den Rosa Schmierling vergleichsweise markant. Trotzdem sollten auch Lamellen, Stiel und Begleitbäume geprüft werden, bevor eine Artzuordnung erfolgt.
11. Gemeiner Erdritterling – Tricholoma terreum
Der Gemeine Erdritterling besitzt einen grauen bis dunkelgrauen Hut mit feiner faseriger oder filziger Struktur. Die Lamellen sind hellgrau bis weißlich, während der Stiel ebenfalls relativ hell bleibt.
Die Art bildet Mykorrhiza mit Kiefern und kann im späten Herbst in größeren Gruppen auftreten. Besonders auf geeigneten kalkhaltigen Böden können zahlreiche Fruchtkörper gleichzeitig erscheinen.
Erdritterlinge sind jedoch eine schwierige Gruppe mit mehreren ähnlich aussehenden Arten. Ein grauer Ritterling unter Kiefern sollte deshalb nicht allein nach Hutform und Farbe bestimmt werden.
12. Blutroter Täubling – Russula sanguinaria
Der Blutrote Täubling besitzt einen kräftig roten bis rosaroten Hut und einen weißen bis teilweise rosafarben überlaufenen Stiel. Die Lamellen sind zunächst hell und können später cremefarbene bis gelbliche Töne entwickeln.
Die Art ist ein typischer Mykorrhizapartner von Kiefern. Sie kommt sowohl in Wäldern als auch bei einzelnen Kiefern in geeigneten Park- oder Randstandorten vor.
Wie viele scharf schmeckende Täublinge gilt sie nicht als geeigneter Speisepilz. Für eine Bestimmung sind neben der Hutfarbe besonders Lamellen, Stiel und der Begleitbaum relevant.
13. Buckel-Täubling – Russula caerulea
Der Buckel-Täubling besitzt meist einen violetten, purpurfarbenen oder rötlichvioletten Hut. Charakteristisch ist häufig ein deutlich ausgeprägter Buckel in der Hutmitte.
Die Lamellen sind zunächst hell und werden mit zunehmender Reife cremefarben. Der Stiel bleibt überwiegend weißlich und wirkt im Verhältnis zum Hut eher unauffällig.
Die Art ist besonders mit Kiefern verbunden und kann auf sauren Böden gefunden werden. Durch den zentralen Buckel lässt sie sich von vielen anderen violetten Täublingen zumindest grob abgrenzen.
14. Krause Glucke – Sparassis crispa
Die Krause Glucke sieht völlig anders aus als die meisten klassischen Hutpilze. Ihr Fruchtkörper besteht aus zahlreichen gewellten und gekräuselten Ästen, wodurch sie an einen großen hellen Schwamm oder einen Blumenkohl erinnert.
Sie wächst typischerweise am Stammgrund oder an den Wurzeln von Kiefern. Der eigentliche Befall kann sich im Wurzelsystem befinden, weshalb der Fruchtkörper direkt neben dem Baum aus dem Boden zu wachsen scheint.
Die ungewöhnliche Form macht größere Exemplare relativ charakteristisch. Bei alten Fruchtkörpern verändern sich jedoch Farbe und Konsistenz deutlich, sodass auch der Zustand des Pilzes berücksichtigt werden sollte.
15. Pfefferröhrling – Chalciporus piperatus
Der Pfefferröhrling ist ein eher kleiner Röhrling mit gelb- bis rotbraunem Hut. Die Poren unter dem Hut besitzen häufig orange- bis rostbraune Töne und unterscheiden ihn damit von vielen gelbporigen Kiefernbegleitern.
Der Stiel ist schlank und kann besonders an der Basis kräftig gelb erscheinen. Sein deutscher Name bezieht sich auf den deutlich pfeffrig-scharfen Geschmack des Fleisches.
Die Art kommt in Nadelwäldern vor und kann auch bei Kiefern gefunden werden. Wegen seiner geringen Größe wird sie zwischen größeren Steinpilzen und Schmierröhrlingen leicht übersehen.
Braune Röhrlinge unter Kiefern bestimmen
Braune Röhrlinge gehören zu den häufigsten auffälligen Funden unter Kiefern. Besonders Butterpilz, Körnchenröhrling, Sandröhrling, Kuhröhrling und Kiefern-Steinpilz können im gleichen Lebensraum vorkommen.
Für die Unterscheidung lohnt sich zuerst ein Blick auf den Stiel. Ein deutlicher Ring spricht beispielsweise für den Butterpilz, während Körnchen- und Kuhröhrling ringlos sind.
Danach helfen Porengröße, Hutoberfläche und Farbveränderungen weiter. Der Kuhröhrling besitzt vergleichsweise große und unregelmäßige Poren, während der Kiefern-Steinpilz durch seinen kräftigeren Stiel und die Netzzeichnung auffällt.
Orange Pilze unter Kiefern
Ein auffällig orangefarbener Lamellenpilz unter einer Kiefer kann zu den Reizkern gehören. Besonders Edel-Reizker und Spangrüner Kiefern-Reizker sind bei der Bestimmung von Bedeutung.
Bei solchen Funden sollte geprüft werden, welche Farbe die Milch nach einer Verletzung besitzt und wie sie sich anschließend verändert. Auch grüne Verfärbungen an Hut und Lamellen liefern zusätzliche Hinweise.
Nicht jeder orangefarbene Pilz unter einer Kiefer ist jedoch automatisch ein Reizker. Die Kombination aus sprödem Fleisch, Milch, Lamellenstruktur und Begleitbaum muss zusammenpassen.
Pilze unter Kiefern auf Sandboden
Waldkiefern wachsen häufig auf trockenen und nährstoffarmen Sandböden. Entsprechend haben sich mehrere typische Pilzpartner an genau solche Bedingungen angepasst.
Kuhröhrling und Sandröhrling gehören zu den Arten, denen man in sauren sandigen Kiefernwäldern regelmäßig begegnen kann. Auch verschiedene Milchlinge, Täublinge und Ritterlinge können dort erscheinen.
Gerade solche Wälder wirken auf den ersten Blick manchmal relativ artenarm. Nach ausreichenden Niederschlägen kann der Waldboden jedoch innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Fruchtkörper hervorbringen.
Warum stehen verschiedene Pilze direkt nebeneinander?
Unter einer einzelnen Kiefer können mehrere verschiedene Mykorrhizapilze gleichzeitig leben. Ihre unterirdischen Pilzgeflechte besiedeln unterschiedliche Bereiche der Wurzeln und konkurrieren oder interagieren miteinander.
Deshalb ist es nicht ungewöhnlich, Butterpilze, Reizker und andere Kiefernbegleiter in derselben Umgebung zu finden. Ähnliche Fruchtkörper, die nur wenige Zentimeter auseinanderstehen, müssen folglich nicht zur gleichen Art gehören.
Dieser Punkt ist auch beim Fotografieren wichtig. Werden mehrere verschiedene Pilze gemeinsam aufgenommen, kann eine automatische Bilderkennung Schwierigkeiten haben, den richtigen Fruchtkörper zuzuordnen.
Sind Pilze unter Kiefern häufiger essbar?
Der Begleitbaum sagt grundsätzlich nichts darüber aus, ob ein Pilz essbar oder giftig ist. Unter Kiefern wachsen bekannte Speisepilze ebenso wie ungenießbare oder problematische Arten.
Auch innerhalb einer scheinbar vertrauten Gruppe können Verwechslungen auftreten. Die Entscheidung über die Essbarkeit muss deshalb immer auf einer sicheren Artbestimmung beruhen und darf nicht allein aus Standort, Hutfarbe oder einem Foto abgeleitet werden.
Eine Übersicht häufig gesammelter Arten findest du unter Essbare Pilze in Deutschland: 20 häufige Arten erkennen. Wichtige problematische Arten stellen wir außerdem in Giftige Pilze in Deutschland: 15 Arten, die du kennen solltest vor.
Welche Kiefer steht neben dem Pilz?
Auch die Kiefernart kann bei spezialisierten Pilzen eine Rolle spielen. In Deutschland ist die Waldkiefer (Pinus sylvestris) besonders weit verbreitet, daneben werden beispielsweise Schwarzkiefern und verschiedene eingeführte Kiefernarten gepflanzt.
Für eine erste Bestimmung genügt häufig schon die Information, dass überhaupt eine Kiefer in unmittelbarer Umgebung steht. Bei schwierigeren Arten kann eine genauere Bestimmung des Baumes zusätzliche Hinweise liefern.
Es lohnt sich deshalb, beim Fotografieren nicht ausschließlich auf den Pilz zu zoomen. Ein zusätzliches Bild der Nadeln, Zapfen und Baumrinde kann später bei der Einordnung hilfreich sein.
Pilz unter einer Kiefer per Foto bestimmen
Für eine gute Fotoanalyse sollte zunächst der vollständige Fruchtkörper aufgenommen werden. Danach sind zusätzliche Bilder der Hutunterseite, des Stiels und der Stielbasis sinnvoll.
Bei Reizkern sollte auch die austretende Milch sichtbar sein, während bei Röhrlingen Poren und mögliche Verfärbungen wichtig sind. Ein zusätzliches Foto des Standortes mit Kiefer, Nadelstreu und unmittelbarer Umgebung liefert wertvolle ökologische Informationen.
Mit MushroomID kannst du deinen Fund anhand von Fotos zunächst eingrenzen und mögliche Arten vergleichen.
Die Bilderkennung kann bei der Suche nach passenden Arten helfen, ersetzt jedoch keine sichere Bestimmung für den Verzehr. Besonders bei untypischen oder beschädigten Exemplaren sollten mehrere Merkmale geprüft werden.
Häufige Fragen zu Pilzen unter Kiefern
Warum finde ich unter einer Kiefer jedes Jahr Pilze an derselben Stelle?
Bei Mykorrhizapilzen bleibt das eigentliche Pilzgeflecht über längere Zeit im Boden und ist mit den Wurzeln des Baumes verbunden. Die sichtbaren Fruchtkörper erscheinen nur dann, wenn Temperatur, Feuchtigkeit und andere Bedingungen passen.
Deshalb können bestimmte Fundstellen über viele Jahre produktiv bleiben. Der genaue Zeitpunkt und die Zahl der Fruchtkörper können sich von Jahr zu Jahr trotzdem stark unterscheiden.
Warum wachsen unter jungen Kiefern oft besonders viele Butterpilze?
Einige Schmierröhrlinge besiedeln Standorte mit jungen Kiefern besonders erfolgreich. Wenn Boden, Feuchtigkeit und Konkurrenzverhältnisse passen, können dort zahlreiche Fruchtkörper auftreten.
Solche Funde sind beispielsweise auch in jungen Aufforstungen, Parks oder an mit Kiefern bepflanzten Wegrändern möglich. Ein geschlossener alter Wald ist für typische Kiefernbegleiter daher nicht zwingend erforderlich.
Können Kiefernpilze auch auf einer Wiese erscheinen?
Ja, wenn in Reichweite des unterirdischen Pilzgeflechtes eine geeignete Kiefer steht. Die Wurzeln reichen weit über die sichtbare Baumkrone hinaus, sodass ein Mykorrhizapilz scheinbar mitten auf einer Rasenfläche erscheinen kann.
Besonders in Parks, auf Friedhöfen und an Waldrändern ist dieses Muster zu beobachten. Deshalb sollte bei einem ungewöhnlichen Fund immer auch die weitere Umgebung betrachtet werden.
Bedeutet Kiefernnadelstreu, dass der Pilz mit der Kiefer verbunden ist?
Nicht unbedingt. Neben Mykorrhizapilzen leben im Kiefernwald zahlreiche Arten, die lediglich abgestorbene Nadeln, Holz oder anderes organisches Material zersetzen.
Der Standort unter einer Kiefer ist deshalb zunächst nur ein Hinweis. Eine tatsächliche Bindung an den Baum muss aus der bekannten Ökologie der jeweiligen Art hervorgehen.
Warum finde ich unter Kiefern andere Pilze als unter Eichen?
Verschiedene Baumarten besitzen unterschiedliche Mykorrhizapartner und erzeugen außerdem unterschiedliche Bedingungen im Boden. Kiefernnadelstreu, Bodenreaktion, Feuchtigkeit und Lichtverhältnisse unterscheiden sich häufig deutlich von einem Eichenwald.
Dadurch entstehen charakteristische Pilzgemeinschaften. Eine eigene Übersicht zu typischen Arten unter Eichen eignet sich deshalb gut als Gegenstück zu den Kiefernpilzen.
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