Ein Pilz mit einer schwammartig wirkenden Unterseite gehört sehr häufig zu den Röhrlingen. Statt Lamellen befinden sich unter dem Hut zahlreiche feine Röhren, deren Öffnungen als Poren sichtbar sind. Zu dieser Gruppe gehören bekannte Arten wie Steinpilz, Maronen-Röhrling und Butterpilz, aber auch zahlreiche ähnlich aussehende Arten, die deutlich schwieriger zu bestimmen sind.
Wer einen Pilz mit Röhren bestimmen möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Farbe des Hutes achten. Besonders wichtig sind Porenfarbe, Stielzeichnung, mögliche Blaufärbungen nach Druck oder Anschnitt sowie die Bäume am Fundort.
⚠️ Mit MushroomID kannst du einen unbekannten Fund zunächst per Foto eingrenzen: Pilz per Foto bestimmen. Eine Fotoanalyse kann mögliche Arten vorschlagen, sollte aber niemals allein darüber entscheiden, ob ein wild gesammelter Pilz essbar ist.
Was sind Röhren bei Pilzen?
Bei Röhrlingen besteht die Unterseite des Hutes aus zahlreichen senkrecht angeordneten kleinen Röhren. Von außen sieht man hauptsächlich ihre Öffnungen, die zusammen eine schwammartige Porenschicht bilden.
Je nach Art können diese Poren weiß, gelb, oliv, rosa, orange oder rot sein. Auch ihre Größe und Form unterscheiden sich, sodass die Röhrenschicht eines der wichtigsten Merkmale für die Bestimmung darstellt.
Bei vielen Arten verändert sich die Farbe mit dem Alter. Ein junger Steinpilz besitzt beispielsweise fast weiße Poren, während ältere Exemplare zunehmend gelbliche und schließlich olivfarbene Töne entwickeln.
Wie bestimmt man einen Röhrling?
Der erste Blick sollte auf die Porenfarbe gehen. Anschließend lohnt es sich, die Röhrenschicht vorsichtig zu drücken und zu beobachten, ob eine Farbveränderung eintritt.
Danach wird der Stiel betrachtet. Ein helles oder dunkles Netz, feine Punkte, Schuppen, ein Ring oder eine glatte Oberfläche können verschiedene Arten voneinander unterscheiden.
Besonders hilfreich ist außerdem ein Längsschnitt durch den Fruchtkörper. Manche Röhrlinge verfärben sich innerhalb weniger Sekunden blau, andere reagieren nur langsam oder überhaupt nicht.
Eine ausführliche Einführung in diese systematische Vorgehensweise findest du unter Pilze bestimmen: So erkennst du Pilzarten richtig.
15 häufige Röhrlinge in Deutschland
Die folgenden Arten gehören zu den bekanntesten Röhrlingen, denen man in deutschen Laub-, Misch- und Nadelwäldern begegnen kann. Einige sind sehr häufig, während andere regional unterschiedlich verbreitet sind.
1. Gemeiner Steinpilz – Boletus edulis

Der Gemeine Steinpilz besitzt einen hell- bis dunkelbraunen Hut und einen kräftigen, häufig bauchigen Stiel. Im oberen Stielbereich ist meist eine feine helle Netzzeichnung sichtbar.
Die Poren sind bei jungen Exemplaren weiß und werden später gelblich bis olivgrün. Das weiße Fleisch verfärbt sich nach dem Anschneiden normalerweise nicht deutlich blau.
Steinpilze wachsen sowohl in Laub- als auch in Nadelwäldern und können unter Fichten, Buchen, Eichen und Kiefern erscheinen. Eine ausführliche Beschreibung findest du unter Steinpilz bestimmen: Merkmale und Verwechslungspartner.
2. Sommersteinpilz – Boletus reticulatus

Der Sommersteinpilz ähnelt dem Gemeinen Steinpilz sehr stark. Sein Hut ist häufig etwas heller, trockener und samtiger, während die helle Netzzeichnung auf dem Stiel oft besonders deutlich ausgeprägt ist.
Die Art wächst vor allem in warmen Laubwäldern bei Eichen und Buchen. Sie kann bereits deutlich früher im Jahr erscheinen als der klassische Herbst-Steinpilz.
Unter geeigneten Eichenbeständen gehört sie zu den typischen Röhrlingen. Weitere Arten aus diesem Lebensraum findest du in Pilze unter Eichen: 15 häufige Arten in Deutschland.
3. Kiefern-Steinpilz – Boletus pinophilus

Der Kiefern-Steinpilz besitzt häufig einen dunkel rötlichbraunen bis weinbraunen Hut. Sein kräftiger Stiel trägt ebenfalls eine helle Netzzeichnung, und die Röhrenschicht entwickelt sich von weiß zu gelblich und später oliv.
Die Art ist besonders mit Nadelbäumen verbunden und wird häufig unter Kiefern gefunden. Sie gehört zur engeren Steinpilzgruppe und kann einem dunklen Gemeinen Steinpilz sehr ähnlich sehen.
Der Begleitbaum liefert daher einen zusätzlichen Hinweis, reicht aber nicht allein zur Bestimmung aus. Typische Kiefernbegleiter findest du unter Pilze unter Kiefern: 15 häufige Arten bestimmen.
4. Schwarzhütiger Steinpilz – Boletus aereus

Der Schwarzhütige Steinpilz besitzt einen dunkelbraunen bis fast schwarzbraunen Hut. Der kräftige Stiel ist heller und zeigt eine feine Netzzeichnung.
Die Art bevorzugt warme Laubwälder und kommt besonders bei Eichen vor. In Deutschland ist sie regional deutlich weniger häufig als der Gemeine Steinpilz.
Gerade dunkle Steinpilze sollten nicht allein anhand der Hutfarbe bestimmt werden. Auch Porenfarbe, Stielnetz und Standort müssen zum Gesamtbild passen.
5. Gallenröhrling – Tylopilus felleus

Der Gallenröhrling ist einer der bekanntesten Doppelgänger des Steinpilzes. Junge Exemplare besitzen ebenfalls einen braunen Hut, helle Poren und einen kräftigen Stiel.
Mit zunehmendem Alter färben sich die Poren jedoch rosa bis rosabraun. Gleichzeitig ist die Netzzeichnung auf dem Stiel häufig dunkler und stärker kontrastierend als beim Steinpilz.
Der Pilz ist vor allem wegen seines extrem bitteren Geschmacks ungenießbar. Die wichtigsten Unterschiede behandeln wir ausführlich unter Steinpilz oder Gallenröhrling? So erkennst du den Unterschied.
6. Maronen-Röhrling – Imleria badia

Der Maronen-Röhrling besitzt einen kastanienbraunen Hut und gelbliche bis olivfarbene Poren. Bei Druck verfärbt sich die Röhrenschicht häufig deutlich blau.
Der Stiel ist braun bis gelblich und besitzt normalerweise kein ausgeprägtes helles Netz. Auch das Fleisch kann nach dem Anschneiden stellenweise blau anlaufen.
Die Art ist besonders häufig in Nadel- und Mischwäldern. Wegen ihres braunen Hutes gehört sie auch zu den typischen Arten unserer Übersicht Braune Pilze bestimmen: 15 häufige Arten.
7. Rotfußröhrling – Xerocomellus chrysenteron

Der Rotfußröhrling besitzt einen braunen bis olivbraunen Hut, dessen Oberfläche bei trockener Witterung häufig rissig wird. In diesen Rissen kann rötliches Gewebe sichtbar werden.
Der Stiel zeigt meist gelbliche und rötliche Farbtöne. Die gelben Poren und das Fleisch können nach Druck oder Verletzung schwach bis deutlich bläulich reagieren.
Mehrere ähnliche Arten werden im Alltag als Rotfußröhrlinge bezeichnet. Eine sichere Bestimmung bis zur exakten Art kann deshalb anspruchsvoller sein, als das typische Erscheinungsbild zunächst vermuten lässt.
8. Flockenstieliger Hexen-Röhrling – Neoboletus luridiformis
Der Flockenstielige Hexen-Röhrling besitzt meist einen dunkelbraunen Hut und eine auffällige Röhrenschicht mit orange- bis roten Poren. Bei Druck verfärben sich Poren und Fleisch häufig sehr schnell intensiv blau.
Der Stiel besitzt keine netzartige Zeichnung, sondern zahlreiche kleine rötliche Punkte oder Flocken. Dieses Merkmal ist besonders wichtig für die Abgrenzung vom Netzstieligen Hexen-Röhrling.
Eine kräftige Blaufärbung bedeutet nicht automatisch, dass ein Röhrling giftig ist. Sie ist zunächst nur eine chemische Reaktion des verletzten Gewebes und muss zusammen mit anderen Merkmalen bewertet werden.
9. Netzstieliger Hexen-Röhrling – Suillellus luridus
Auch der Netzstielige Hexen-Röhrling besitzt gelbliche bis rote Poren und kann nach Verletzungen sehr schnell blau werden. Der Hut ist meist olivbraun, grau- bis lederbraun.
Der entscheidende Hinweis steckt bereits im Namen: Auf dem Stiel befindet sich eine deutlich sichtbare Netzzeichnung. Beim Flockenstieligen Hexen-Röhrling fehlen solche Netzmaschen normalerweise.
Die Art wächst häufig bei Laubbäumen und ist besonders auf basen- oder kalkreicheren Böden zu finden. Unter Eichen kann sie zu den charakteristischen Röhrlingen gehören.
10. Butterpilz – Suillus luteus

Der Butterpilz besitzt einen braunen Hut, dessen Oberfläche bei feuchtem Wetter auffällig schleimig und glänzend wird. Die Röhrenschicht ist gelblich, während der Stiel einen gut sichtbaren Ring besitzen kann.
Die Art lebt eng mit Kiefern zusammen. Gerade in jungen Kiefernbeständen können zahlreiche Fruchtkörper gleichzeitig auftreten.
Ein wichtiges Merkmal gegenüber mehreren anderen Schmierröhrlingen ist der Ring. Ein brauner schleimiger Röhrling unter Kiefern ohne Ring gehört deshalb möglicherweise zu einer anderen Art.
11. Körnchenröhrling – Suillus granulatus

Der Körnchenröhrling besitzt ebenfalls einen gelb- bis orangebraunen, bei Feuchtigkeit klebrigen Hut. Anders als beim Butterpilz fehlt jedoch ein Ring am Stiel.
Bei jungen Exemplaren können aus den Poren kleine milchige oder klare Flüssigkeitströpfchen austreten. Im oberen Bereich des Stiels finden sich häufig feine körnige Punkte.
Die Art ist ebenfalls eng an Kiefern gebunden. Butterpilz und Körnchenröhrling können deshalb teilweise am gleichen Standort erscheinen.
12. Kuhröhrling – Suillus bovinus

Der Kuhröhrling besitzt einen gelb- bis orangebraunen Hut und einen relativ schlanken Stiel. Besonders auffällig sind die großen, unregelmäßig geformten Poren auf der Unterseite.
Die Art wächst bei Kiefern und bevorzugt häufig eher saure, nährstoffarme Böden. In sandigen Kiefernwäldern können zahlreiche Fruchtkörper in Gruppen erscheinen.
Seine Porenstruktur unterscheidet ihn recht deutlich von vielen anderen Schmierröhrlingen. Trotzdem sollten Standort, Stiel und Hutfarbe zusätzlich berücksichtigt werden.
13. Sandröhrling – Suillus variegatus
Der Sandröhrling besitzt einen gelblich- bis olivbraunen Hut. Im Gegensatz zum Butterpilz wirkt seine Oberfläche meist trockener und fein körnig oder filzig.
Die Poren sind gelblich bis olivfarben. Das Fleisch kann sich nach Verletzung schwach blau verfärben, wobei die Reaktion häufig weniger dramatisch ist als bei Hexen-Röhrlingen.
Die Art wächst typischerweise bei Kiefern und kommt besonders auf sauren, sandigen Böden vor. Dadurch überschneidet sich ihr Lebensraum häufig mit dem des Kuhröhrlings.
14. Birkenpilz – Leccinum scabrum
Der Birkenpilz besitzt einen graubraunen bis braunen Hut und einen langen hellen Stiel mit zahlreichen dunklen Schüppchen. Gerade diese raue Stieloberfläche unterscheidet ihn deutlich von klassischen Steinpilzen.
Die Röhren sind zunächst hell und werden später grauer oder bräunlicher. Das Fleisch zeigt normalerweise keine intensive schnelle Blaufärbung.
Wie der Name vermuten lässt, ist die Art eng mit Birken verbunden. Ein möglicher Birkenpilz ohne Birken in erreichbarer Umgebung sollte deshalb besonders kritisch überprüft werden.
15. Pfefferröhrling – Chalciporus piperatus
Der Pfefferröhrling ist ein eher kleiner und schlanker Röhrling mit gelb- bis rotbraunem Hut. Seine Poren besitzen orangebraune bis rostfarbene Töne, was ihn von vielen gelbporigen Arten unterscheidet.
Der Stiel ist relativ dünn und kann besonders an der Basis gelb gefärbt sein. Die Art kommt vor allem in Nadelwäldern vor und wird häufig bei Kiefern oder Fichten gefunden.
Sein Name bezieht sich auf den scharf pfeffrigen Geschmack des Fleisches. Geschmacksproben sollten bei unbekannten Pilzen jedoch nicht als primäre Bestimmungsmethode eingesetzt werden.
Röhrling mit weißen Poren
Weiße Poren findet man besonders häufig bei jungen Steinpilzen und jungen Gallenröhrlingen. Gerade in diesem Entwicklungsstadium können beide Arten auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken.
Mit zunehmendem Alter werden die Unterschiede deutlicher. Steinpilzporen entwickeln gelbliche bis olivgrüne Töne, während die Poren des Gallenröhrlings zunehmend rosa erscheinen.
Ein junger Pilz mit weißen Poren sollte deshalb nicht allein anhand dieses Merkmals bestimmt werden. Die Stielzeichnung liefert in diesem Fall zusätzliche wichtige Informationen.
Röhrling mit gelben Poren
Gelbe Poren kommen bei zahlreichen Arten vor. Maronen-Röhrling, verschiedene Schmierröhrlinge und Rotfußröhrlinge können alle eine gelbliche Röhrenschicht besitzen.
Für die weitere Bestimmung ist besonders die Druckreaktion hilfreich. Werden die Poren blau, verändert sich die Auswahl möglicher Arten deutlich.
Auch ein Ring am Stiel kann entscheidend sein. Ein brauner Röhrling mit gelben Poren und Ring unter einer Kiefer passt beispielsweise wesentlich besser zum Butterpilz als zum Maronen-Röhrling.
Röhrling mit roten Poren
Rote oder orange-rote Poren findet man bei mehreren auffälligen Röhrlingen. Besonders Hexen-Röhrlinge gehören zu dieser Gruppe.
Neben der Porenfarbe sollte unbedingt der Stiel geprüft werden. Ein Netz spricht für andere Arten als feine rote Punkte oder Flocken.
Auch die Blaufärbung nach Druck ist häufig stark ausgeprägt. Rotporige Röhrlinge sollten dennoch niemals allein über die Kombination „rot + blauend“ bestimmt werden.
Warum werden manche Röhrlinge blau?
Die Blaufärbung entsteht durch chemische Reaktionen, wenn Inhaltsstoffe des Pilzgewebes nach einer Verletzung mit Sauerstoff in Kontakt kommen. Je nach Art kann die Reaktion innerhalb weniger Sekunden oder deutlich langsamer einsetzen.
Die Stärke der Blaufärbung ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Hexen-Röhrlingen wird das Fleisch tief dunkelblau, während Maronen-Röhrlinge häufig vor allem an der Porenschicht reagieren.
Blau ist deshalb weder ein allgemeines Giftmerkmal noch ein Zeichen dafür, dass ein Pilz verdorben ist. Die Reaktion ist lediglich ein Bestimmungsmerkmal unter mehreren.
Röhrlinge mit Netz am Stiel
Eine netzartige Zeichnung auf dem Stiel ist bei mehreren wichtigen Röhrlingen zu finden. Steinpilze besitzen meist ein helles Netz, während beim Gallenröhrling oft ein dunkleres, stärker kontrastierendes Netz auffällt.
Auch der Netzstielige Hexen-Röhrling besitzt eine deutliche Netzzeichnung. Durch seine roten Poren und die schnelle Blaufärbung unterscheidet er sich jedoch deutlich von klassischen Steinpilzen.
Die Farbe des Netzes sollte deshalb immer zusammen mit Porenfarbe und Fleischreaktion betrachtet werden.
Röhrlinge unter Kiefern
Kiefern besitzen besonders viele charakteristische Röhrlingspartner. Butterpilz, Körnchenröhrling, Sandröhrling, Kuhröhrling und Kiefern-Steinpilz gehören zu den bekannten Beispielen.
Gerade in sandigen Kiefernwäldern können mehrere dieser Arten gleichzeitig auftreten. Der Begleitbaum hilft deshalb bei der Eingrenzung, bestimmt den Pilz aber nicht automatisch.
Eine ausführlichere Übersicht findest du unter Pilze unter Kiefern: 15 häufige Arten bestimmen.
Röhrlinge unter Eichen
Auch Eichen besitzen eine artenreiche Röhrlingsflora. Gemeiner Steinpilz, Sommersteinpilz, Schwarzhütiger Steinpilz und Netzstieliger Hexen-Röhrling gehören zu den typischen Beispielen.
Auf warmen und kalkreichen Standorten können weitere wärmeliebende Arten hinzukommen. Deshalb lohnt es sich bei einem Fund, nicht nur die Eiche, sondern auch Boden und weitere Bäume in der Umgebung zu berücksichtigen.
Mehr typische Arten dieses Lebensraums findest du unter Pilze unter Eichen: 15 häufige Arten bestimmen.
Sind alle Röhrlinge essbar?
Nein. Die Tatsache, dass ein Pilz Röhren statt Lamellen besitzt, erlaubt keine zuverlässige Aussage über seine Essbarkeit.
Einige Röhrlinge gehören zu bekannten Speisepilzen, andere sind ungenießbar oder können gesundheitliche Beschwerden verursachen. Auch Verwechslungen innerhalb ähnlicher Gruppen sind möglich.
Besonders problematisch ist die Vorstellung, dass ein Röhrling allein wegen seiner schwammartigen Unterseite sicher gesammelt werden könne. Für eine Entscheidung über den Verzehr muss immer die genaue Art zuverlässig bestimmt sein.
Eine größere Übersicht findest du in Essbare Pilze in Deutschland: 20 häufige Arten erkennen und Giftige Pilze in Deutschland: 15 Arten, die du kennen solltest.
Röhrling per Foto bestimmen
Bei einem Röhrling sollte das Foto unbedingt die Unterseite des Hutes zeigen. Porenfarbe und mögliche Druckstellen liefern oft deutlich mehr Informationen als eine Aufnahme des Hutes von oben.
Fotografiere außerdem den gesamten Stiel und, wenn möglich, einen Längsschnitt durch einen Fruchtkörper. So werden Netzzeichnung, Punktierung und mögliche Farbveränderungen sichtbar.
Auch die Umgebung ist wichtig. Ein Foto von Fichte, Kiefer, Buche, Eiche oder Birke in unmittelbarer Nähe kann bei Mykorrhizapilzen einen wertvollen zusätzlichen Hinweis liefern.
Mit MushroomID kannst du einen unbekannten Röhrling zunächst automatisch eingrenzen.
Das Ergebnis sollte anschließend anhand von Poren, Stiel, Fleisch und Standort überprüft werden. Eine KI- oder Fotobestimmung allein ist keine ausreichende Grundlage, um einen Wildpilz als essbar einzustufen.
Häufige Fragen zu Röhrlingen
Warum kann ein Röhrling seine Porenfarbe verändern?
Die Röhrenschicht verändert sich während der Reifung. Junge Poren können beispielsweise weiß sein und später gelbe, olivfarbene, rosa oder andere Töne entwickeln.
Dadurch können junge und alte Exemplare derselben Art sehr unterschiedlich aussehen. Bei einer Bestimmung ist es deshalb hilfreich, mehrere Altersstufen am gleichen Fundort zu vergleichen.
Können Röhrlinge auch Lamellen haben?
Typische Röhrlinge besitzen keine klassischen Lamellen, sondern eine Röhrenschicht mit Poren. Es gibt jedoch Pilzgruppen, die systematisch in der Nähe der Röhrlingsartigen stehen und trotzdem lamellenähnliche Strukturen besitzen.
Für die praktische Feldbestimmung sollte deshalb zuerst die tatsächliche Hutunterseite betrachtet werden. Die allgemeine Körperform allein reicht nicht aus.
Warum lösen sich die Röhren bei manchen Pilzen leicht vom Hut?
Bei vielen Röhrlingen lässt sich die Röhrenschicht relativ einfach vom Hutfleisch trennen. Das ist eine typische Eigenschaft dieser Bauweise und kann bei älteren Fruchtkörpern besonders auffällig sein.
Wie leicht sich die Röhren entfernen lassen, ist jedoch kein zuverlässiges Einzelmerkmal für die genaue Art. Porenfarbe, Stiel und Fleischreaktion liefern meist wesentlich bessere Hinweise.
Sind alte Röhrlinge schwieriger zu bestimmen?
Ja, denn mit zunehmendem Alter verändern sich Farbe, Konsistenz und Form deutlich. Die Porenschicht kann stark nachdunkeln, der Hut wird flacher und der Fruchtkörper häufig weich oder beschädigt.
Gleichzeitig können manche Altersmerkmale die Bestimmung sogar erleichtern, etwa die rosa Poren eines ausgewachsenen Gallenröhrlings. Am besten lassen sich verschiedene Altersstufen gemeinsam beurteilen.
Warum wachsen verschiedene Röhrlinge direkt nebeneinander?
Viele Röhrlinge bilden Mykorrhiza mit denselben Baumarten. Eine einzelne Eiche, Fichte oder Kiefer kann deshalb gleichzeitig Partner verschiedener Pilzarten sein.
Mehrere braune Röhrlinge an derselben Stelle müssen folglich nicht zur gleichen Art gehören. Jeder Fruchtkörper sollte anhand seiner eigenen Merkmale geprüft werden.
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