Pilze im November in Deutschland: Diese Arten findest du jetzt

Im November verändert sich die Pilzsaison in Deutschland deutlich. Viele typische Herbstpilze werden seltener, während kühle Nächte, feuchte Wälder und die ersten Fröste anderen Arten besonders günstige Bedingungen bieten.

Wer jetzt im Wald unterwegs ist, kann weiterhin erstaunlich viele Pilze finden. Neben späten Herbstpilzen erscheinen bereits typische Winterarten wie Austernseitling, Samtfußrübling und Judasohr, während Arten wie Nebelkappe, Violetter Rötelritterling oder Trompetenpfifferling bei mildem Wetter noch häufig vorkommen können.

Die genaue Artenzusammensetzung hängt stark von Region, Höhenlage und Witterung ab. Ein milder November nach ausreichenden Niederschlägen kann noch sehr pilzreich sein, während mehrere frostige Nächte die klassische Herbstsaison schnell beenden.

Wenn du einen unbekannten Fund fotografiert hast, kannst du ihn mit unserer Pilzbestimmung per Foto zunächst eingrenzen. Eine automatische Fotoanalyse kann mögliche Arten vorschlagen, sollte aber niemals allein darüber entscheiden, ob ein Pilz gegessen werden kann.

Gibt es im November noch Pilze?

Ja, auch im November wachsen in Deutschland zahlreiche Pilzarten. Die Vorstellung, dass die Pilzsaison mit dem Oktober endet, trifft nur auf einen Teil der bekannten Herbstpilze zu.

Entscheidend ist vor allem das Wetter. Bleiben die Temperaturen über längere Zeit mild und der Boden ausreichend feucht, können Röhrlinge, Ritterlinge, Milchlinge und verschiedene Holzpilze noch weit in den November hinein Fruchtkörper bilden.

Nach stärkeren Nachtfrösten nimmt die Vielfalt meist deutlich ab. Gleichzeitig beginnt jedoch die Zeit mehrerer kälteverträglicher Arten, die gerade im Spätherbst und Winter besonders interessant werden.

Wer vergleichen möchte, welche Arten einige Wochen zuvor typisch sind, findet unter Pilze im Oktober in Deutschland: Diese Arten haben jetzt Saison eine Übersicht für die Hauptsaison.

Welche Pilze findet man im November in Deutschland?

Im Spätherbst verschiebt sich die Pilzsuche zunehmend vom Waldboden zu Totholz, Baumstämmen und alten Stubben. Gleichzeitig bleiben einige typische Bodenbewohner aktiv, solange stärkere Fröste ausbleiben.

Die folgenden Arten gehören zu den Pilzen, die im November in Deutschland besonders interessant sind.

1. Austernseitling – Pleurotus ostreatus

Pilze im November in Deutschland: Diese Arten findest du jetzt

Der Austernseitling gehört zu den charakteristischsten Pilzen der kalten Jahreszeit. Seine grauen, graubraunen oder leicht bläulichen Hüte wachsen meist büschelig an abgestorbenem oder geschwächtem Laubholz.

Die Lamellen sind weiß bis cremefarben und laufen deutlich am kurzen, oft seitlich sitzenden Stiel herab. Besonders häufig findet man Austernseitlinge an Buche, Weide, Pappel und anderen Laubbäumen.

Kühle Temperaturen fördern die Fruchtkörperbildung, weshalb die Art im November zunehmend interessant wird. In milden Wintern kann sie bis weit in die kalte Jahreszeit hinein gefunden werden.

2. Samtfußrübling – Flammulina velutipes

Pilze im November in Deutschland: Diese Arten findest du jetzt

Der Samtfußrübling ist ein klassischer Winterpilz und kann nach den ersten Frösten erscheinen. Seine Hüte sind honiggelb bis orangebraun und wirken bei feuchtem Wetter oft glänzend oder leicht klebrig.

Besonders auffällig ist der Stiel. Während der obere Bereich heller bleibt, wird der untere Teil dunkelbraun bis fast schwarz und besitzt eine samtige Oberfläche.

Die Art wächst meist büschelig an Laubholz. Da mehrere kleine braune Holzpilze ähnlich aussehen können, sind Stiel, Lamellen und Substrat für die Bestimmung besonders wichtig.

3. Judasohr – Auricularia auricula-judae

Pilze im November in Deutschland: Diese Arten findest du jetzt

Das Judasohr bildet dünne, gallertartige Fruchtkörper, deren Form häufig an eine Ohrmuschel erinnert. Die Farbe reicht von hellbraun bis dunkel rotbraun, während die Oberfläche bei feuchtem Wetter elastisch und gelatinös wirkt.

Besonders häufig wird die Art an Holunder gefunden, sie kann jedoch auch anderes Laubholz besiedeln. Nach Niederschlägen quellen eingetrocknete Fruchtkörper wieder auf und werden dadurch deutlich sichtbarer.

Judasohren können grundsätzlich über einen langen Zeitraum im Jahr auftreten. Der feuchte und kühle Spätherbst bietet jedoch besonders gute Bedingungen, um sie an abgestorbenen Ästen und Stämmen zu entdecken.

4. Violetter Rötelritterling – Lepista nuda

Der Violette Rötelritterling fällt durch violette bis lilafarbene Töne an Hut, Lamellen und Stiel auf. Bei älteren Fruchtkörpern können diese Farben allerdings verblassen und zunehmend braun oder grauviolett wirken.

Die Art erscheint typischerweise im Herbst und kann bei mildem Wetter bis in den November hinein gefunden werden. Sie wächst häufig in Laub- und Nadelwäldern, Parks oder auf humusreichen Böden mit viel organischem Material.

Eine Bestimmung allein anhand der violetten Farbe ist nicht ausreichend. Mehrere andere Pilzarten besitzen ebenfalls violette Farbtöne, weshalb Lamellen, Sporenfarbe, Geruch und weitere Merkmale berücksichtigt werden müssen.

5. Nebelkappe – Clitocybe nebularis

Die Nebelkappe ist ein typischer Spätherbstpilz und kann im November noch in großer Zahl auftreten. Der kräftige Fruchtkörper besitzt einen grauen bis graubraunen Hut und helle Lamellen, die etwas am Stiel herablaufen.

Die Art wächst häufig in Gruppen oder großen Ringen im Laub- und Nadelwald. Besonders auffällig ist ihr intensiver Geruch, der für viele Sammler ein zusätzliches Erkennungsmerkmal darstellt.

Die Nebelkappe wurde früher häufig als Speisepilz gesammelt, wird heute jedoch wegen möglicher Unverträglichkeiten nicht allgemein empfohlen. Alte Angaben zur Essbarkeit sollten deshalb nicht ohne Weiteres übernommen werden.

6. Trompetenpfifferling – Craterellus tubaeformis

Der Trompetenpfifferling gehört zu den Pilzen, die auch spät im Herbst noch gefunden werden können. Sein kleiner gelblichbrauner bis graubrauner Hut besitzt meist eine deutlich vertiefte Mitte, während der dünne Stiel gelbliche Töne zeigt.

Unter dem Hut befinden sich keine klassischen Lamellen, sondern leistenartige Strukturen. Dieses Merkmal hilft, die Art von verschiedenen kleinen braunen Lamellenpilzen zu unterscheiden.

Trompetenpfifferlinge wachsen häufig in größeren Gruppen in feuchten Nadel- und Mischwäldern. Zwischen Moos und dunklem Laub können die kleinen Fruchtkörper leicht übersehen werden.

7. Herbsttrompete – Craterellus cornucopioides

Die Herbsttrompete besitzt einen dunkelgrauen bis fast schwarzen trichterförmigen Fruchtkörper. Eine klare Trennung zwischen Hut und Stiel fehlt weitgehend, wodurch die Art ein sehr charakteristisches Erscheinungsbild erhält.

Sie wächst besonders in Laubwäldern und wird häufig in Verbindung mit Buchen und Eichen gefunden. Durch ihre dunkle Farbe ist sie im Herbstlaub erstaunlich schwer zu entdecken, obwohl an geeigneten Stellen große Gruppen vorkommen können.

Die Hauptsaison liegt früher im Herbst, doch bei mildem Wetter sind auch im November noch Funde möglich. Nach stärkeren Frösten nimmt die Wahrscheinlichkeit deutlich ab.

8. Frostschneckling – Hygrophorus hypothejus

Der Frostschneckling trägt seinen deutschen Namen nicht zufällig. Er gehört zu den Pilzen, die besonders spät im Jahr erscheinen und oft erst nach den ersten kühlen Nächten auffallen.

Der Hut ist olivbraun bis dunkelbraun und bei feuchtem Wetter deutlich schleimig. Die Lamellen sind hell bis gelblich, während der Stiel ebenfalls gelbliche Töne zeigen kann.

Die Art ist eng mit Kiefern verbunden und kann besonders in sandigen Kiefernwäldern gefunden werden. Wer solche Lebensräume absucht, findet dort im Spätherbst auch andere charakteristische Arten aus unserer Übersicht Pilze unter Kiefern: 15 häufige Arten in Deutschland.

9. Hallimasch – Armillaria spp.

Hallimasch erscheint häufig bereits früher im Herbst, kann aber bei geeigneter Witterung bis in den November hinein vorkommen. Die Pilze wachsen meist büschelig an Baumstümpfen, Stämmen oder im Bereich vergrabener Wurzeln.

Die Hüte sind honiggelb bis braun und oft mit kleinen dunkleren Schuppen bedeckt. Viele Hallimasch-Arten besitzen einen deutlichen Ring am Stiel, wobei die genaue Bestimmung innerhalb der Gattung nicht immer einfach ist.

Hallimasch wird regional als Speisepilz genutzt, kann jedoch Unverträglichkeiten verursachen und erfordert eine geeignete Zubereitung. Eine sichere Artbestimmung und individuelle Verträglichkeit bleiben deshalb wichtig.

10. Stockschwämmchen – Kuehneromyces mutabilis

Das Stockschwämmchen kann über einen langen Zeitraum im Jahr Fruchtkörper bilden und bei mildem Wetter auch im November vorkommen. Es wächst typischerweise in dichten Büscheln auf abgestorbenem Laubholz.

Die Hüte sind gelb- bis zimtbraun und verändern ihre Farbe stark mit der Feuchtigkeit. Am Stiel zeigt sich häufig ein deutlicher Unterschied zwischen einem helleren oberen und einem dunkleren, schuppigeren unteren Bereich.

Besondere Vorsicht ist wegen der möglichen Verwechslung mit dem tödlich giftigen Gifthäubling erforderlich. Bei braunen Holzpilzen reicht deshalb weder die Hutfarbe noch ein einzelnes Foto für eine sichere Entscheidung über die Essbarkeit aus.

11. Graublättriger Schwefelkopf – Hypholoma capnoides

Der Graublättrige Schwefelkopf wächst meist büschelig auf abgestorbenem Nadelholz. Die Hüte sind gelblich bis gelbbraun und besitzen häufig eine etwas dunklere Mitte.

Die Lamellen verändern sich während der Entwicklung von hellen zu grauen und schließlich dunkleren Tönen. Gerade die Lamellenfarbe spielt bei der Abgrenzung von ähnlichen Schwefelköpfen eine wichtige Rolle.

Die Art kann auch noch bei kühlem Wetter erscheinen und gehört damit zu den interessanten Holzpilzen des Spätherbstes. Bei einer Bestimmung sollte das Substrat unbedingt mit berücksichtigt werden.

12. Grünblättriger Schwefelkopf – Hypholoma fasciculare

Der Grünblättrige Schwefelkopf wächst ebenfalls büschelig auf Holz und kann über weite Teile des Jahres gefunden werden. Im November fallen seine gelblichen Gruppen besonders an Baumstümpfen und verrottendem Holz auf.

Ein wichtiges Merkmal sind die Lamellen, die gelbgrüne bis olivgrüne Töne entwickeln können. Die Hüte sind meist schwefelgelb und besitzen häufig eine orangebraune Mitte.

Die Art ist giftig und darf nicht mit dem Graublättrigen Schwefelkopf oder anderen büschelig wachsenden Holzpilzen verwechselt werden. Eine Übersicht weiterer problematischer Arten findest du unter Giftige Pilze in Deutschland: 15 Arten, die du kennen solltest.

13. Schopftintling – Coprinus comatus

Pilze im November in Deutschland: Diese Arten findest du jetzt

Schopftintlinge können bei geeigneter Witterung noch im November gefunden werden. Typisch sind junge längliche Fruchtkörper mit weißem, stark geschupptem Hut und zunächst hellen Lamellen.

Während der Reifung verändert sich der Pilz sehr schnell. Die Lamellen werden rosa, anschließend schwarz, und der Hut zerfließt schließlich zu einer dunklen tintenartigen Flüssigkeit.

Die Art wächst häufig auf nährstoffreichen Böden, Wiesen, Wegrändern und in Parks. Für die Bestimmung ist das Entwicklungsstadium besonders wichtig, weil junge und alte Exemplare völlig unterschiedlich aussehen können.

14. Falscher Pfifferling – Hygrophoropsis aurantiaca

Pilze im November in Deutschland: Diese Arten findest du jetzt

Der Falsche Pfifferling kann bis spät in den Herbst hinein auftreten. Sein orangefarbener bis orangebrauner Hut besitzt meist eine vertiefte Mitte, während unter dem Hut dicht stehende, gegabelte Lamellen zu erkennen sind.

Gerade diese Lamellen unterscheiden ihn vom Echten Pfifferling, der keine echten Lamellen, sondern dickere Leisten besitzt. Farbe und Hutform allein können deshalb zu einer falschen Bestimmung führen.

Die Art wächst häufig in Nadelwäldern, besonders auf sauren Böden oder in der Nähe von stark zersetztem Holz. Bei mildem Wetter kann sie auch im November noch regelmäßig gefunden werden.

15. Gemeiner Erdritterling – Tricholoma terreum

Der Gemeine Erdritterling gehört zu den Pilzen, die spät im Jahr noch erscheinen können. Sein Hut ist grau bis dunkelgrau und besitzt eine feinfaserige bis filzige Oberfläche, während die Lamellen hell bleiben.

Die Art ist besonders mit Kiefern verbunden und kann in geeigneten Wäldern gruppenweise auftreten. Kühle Temperaturen im Spätherbst beenden die Fruchtkörperbildung nicht sofort, sodass Novemberfunde durchaus typisch sind.

Die Gattung Tricholoma enthält zahlreiche ähnliche Arten. Eine Bestimmung nur anhand eines grauen Hutes und des Standortes unter Kiefern ist deshalb nicht ausreichend.

Welche Pilze erscheinen erst nach dem ersten Frost?

Die ersten Fröste bedeuten nicht automatisch das Ende aller Pilzfunde. Einige Arten profitieren sogar von der kühlen Jahreszeit oder werden gerade dann besonders auffällig.

Austernseitlinge, Samtfußrüblinge und Frostschnecklinge gehören zu den typischen Beispielen. Auch Judasohren können während milder und feuchter Winterperioden sehr gut gefunden werden.

Entscheidend ist die Stärke und Dauer des Frostes. Ein leichter Nachtfrost hat andere Auswirkungen als eine längere Periode mit dauerhaft gefrorenem Boden.

Welche Pilze verschwinden im November?

Viele klassische Arten der Hauptsaison werden im Laufe des Novembers deutlich seltener. Dazu gehören insbesondere zahlreiche wärmeliebendere Röhrlinge sowie Arten, deren Hauptfruktifikation bereits im September und Oktober liegt.

Steinpilze können in milden Regionen und Jahren durchaus noch Anfang November gefunden werden. Nach mehreren stärkeren Nachtfrösten nimmt ihre Wahrscheinlichkeit jedoch deutlich ab.

Auch Pfifferlinge werden zunehmend seltener. Die tatsächliche Saison lässt sich allerdings nicht nach einem festen Kalenderdatum bestimmen, weil Temperatur und Niederschlag von Jahr zu Jahr stark schwanken.

Wo findet man im November die meisten Pilze?

Im November lohnt es sich stärker als im frühen Herbst, auch abgestorbenes Holz abzusuchen. Baumstämme, Äste und alte Stubben können Austernseitlinge, Samtfußrüblinge, Stockschwämmchen, Schwefelköpfe und zahlreiche weitere Holzpilze tragen.

Laubwälder bleiben besonders für Herbsttrompeten, Nebelkappen und verschiedene Rötelritterlinge interessant. In Kiefernwäldern können dagegen Frostschnecklinge, Erdritterlinge und weitere spät erscheinende Kiefernbegleiter gefunden werden.

Feuchte, windgeschützte Stellen bleiben nach den ersten kalten Nächten häufig länger produktiv. Südexponierte und trockene Standorte können dagegen deutlich schneller pilzarm werden.

Pilze im November auf Totholz

Totholz wird im Spätherbst besonders interessant, weil viele Holzbewohner weniger stark von einem abkühlenden Boden abhängig sind. Austernseitling, Samtfußrübling und verschiedene Schwefelköpfe gehören zu den Arten, die jetzt häufig an Holz gesucht werden können.

Beim Fotografieren sollte das Substrat immer sichtbar sein. Die Frage, ob ein Pilz auf Laubholz oder Nadelholz wächst, kann bei der Bestimmung entscheidend sein.

Auch scheinbar auf dem Boden wachsende Fruchtkörper können mit vergrabenem Holz verbunden sein. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die unmittelbare Umgebung.

Pilze im November bei mildem Wetter

Ein ungewöhnlich warmer November kann die Herbstsaison deutlich verlängern. Dann sind neben typischen Spätherbstpilzen noch Arten zu finden, die normalerweise stärker mit September und Oktober verbunden werden.

Entscheidend ist nicht nur die Lufttemperatur, sondern auch die Temperatur des Bodens. Nach einer längeren milden Phase können Fruchtkörper weiter erscheinen, selbst wenn einzelne Nächte bereits kühl waren.

Nachhaltige starke Fröste verändern die Situation dagegen schnell. Die Zahl klassischer Bodenpilze nimmt dann ab und typische Winterpilze werden im Verhältnis immer bedeutender.

Sind Pilze nach Frost noch essbar?

Frost allein macht einen Pilz nicht automatisch giftig. Problematisch können jedoch wiederholtes Einfrieren und Auftauen sowie die dadurch beschleunigte Alterung und Zersetzung des Fruchtkörpers sein.

Bei Speisepilzen sollte deshalb nicht nur die Art, sondern auch der Zustand sorgfältig beurteilt werden. Weiche, wässrige, stark verfärbte oder bereits zersetzte Exemplare sind unabhängig von ihrer ursprünglichen Essbarkeit ungeeignet.

Einige typische Winterpilze sind an niedrige Temperaturen angepasst. Das bedeutet trotzdem nicht, dass jeder nach Frost gefundene Fruchtkörper automatisch in gutem Zustand ist.

Welche Pilze im November sind giftig?

Auch im Spätherbst verschwinden Giftpilze nicht plötzlich aus dem Wald. Grünblättrige Schwefelköpfe, verschiedene kleine braune Lamellenpilze und weitere problematische Arten können auch bei niedrigen Temperaturen auftreten.

Besondere Vorsicht ist bei Holzpilzen erforderlich, weil mehrere essbare und giftige Arten büschelig an ähnlichen Substraten wachsen können. Stockschwämmchen und Gifthäubling sind ein besonders wichtiges Beispiel dafür.

Die Jahreszeit darf deshalb niemals als Sicherheitsmerkmal verwendet werden. Ein Pilz ist nicht deshalb essbar, weil im November vermeintlich nur noch wenige Arten wachsen.

Pilz im November per Foto bestimmen

Für eine Fotoanalyse sollte auch im Spätherbst der vollständige Fruchtkörper möglichst gut sichtbar sein. Bei Lamellenpilzen sind Hutunterseite und Stiel wichtig, während bei Holzpilzen zusätzlich das Substrat fotografiert werden sollte.

Ein weiteres Bild der Umgebung kann Hinweise auf Baumarten, Waldboden und Wachstumsweise liefern. Gerade bei spät erscheinenden Arten sind solche ökologischen Merkmale oft sehr hilfreich.

Mit MushroomID kannst du einen unbekannten Novemberfund anhand eines Fotos zunächst eingrenzen und mögliche Arten vergleichen.

Eine automatische Pilzerkennung dient der Orientierung und kann auf mögliche Doppelgänger hinweisen. Sie ersetzt keine sichere Artbestimmung, wenn ein Pilz zum Verzehr gesammelt werden soll.

Häufige Fragen zu Pilzen im November

Kann man nach mehreren kalten Nächten noch Pilze finden?

Ja, solange der Boden nicht dauerhaft durchgefroren ist, können weiterhin verschiedene Arten erscheinen. Besonders Holzpilze und typische Winterarten bleiben bei niedrigen Temperaturen aktiv.

Nach stärkeren Frostperioden verändert sich die Artenzusammensetzung allerdings deutlich. Klassische Herbstpilze werden seltener, während kälteverträgliche Arten an Bedeutung gewinnen.

Warum finde ich im November mehr Pilze an Bäumen als auf dem Boden?

Viele spät erscheinende Arten besiedeln Holz und sind dadurch ökologisch anders angepasst als typische Mykorrhizapilze des Waldbodens. Gleichzeitig endet bei vielen Bodenpilzen nach Frost die Hauptphase der Fruchtkörperbildung.

Dadurch wirkt der Anteil der Holzpilze im November und Winter deutlich größer. Baumstämme und Stubben werden deshalb für die Pilzsuche zunehmend interessant.

Können Pilze unter Schnee weiterleben?

Das eigentliche Pilzgeflecht befindet sich im Boden, Holz oder anderen Substraten und kann dort auch kalte Perioden überstehen. Sichtbare Fruchtkörper reagieren je nach Art dagegen sehr unterschiedlich auf Frost und Schnee.

Einige Winterpilze können nach einer Frostphase weiterwachsen oder bei Tauwetter erneut auffällig werden. Andere Fruchtkörper werden durch starkes Einfrieren dauerhaft geschädigt.

Warum erscheinen Austernseitlinge oft erst spät im Jahr?

Austernseitlinge sind gut an niedrige Temperaturen angepasst und bilden ihre Fruchtkörper häufig während kühler Perioden. Deshalb beginnt ihre auffällige Saison oft erst, wenn viele klassische Herbstpilze bereits seltener werden.

Die genaue Fruktifikation hängt dennoch vom Wetter ab. In einem ungewöhnlich warmen Herbst können sie später erscheinen als in einem Jahr mit frühem Kälteeinbruch.

Lohnt sich Pilzesuchen im Dezember noch?

Ja, allerdings verändert sich die Auswahl noch stärker in Richtung Winter- und Holzpilze. Samtfußrübling, Austernseitling und Judasohr gehören zu den Arten, nach denen auch im Dezember und während milder Winterperioden gesucht werden kann.

Wer das ganze Jahr über Pilze beobachten möchte, sollte deshalb die Suche nach dem Herbst nicht einstellen. Im Winter verschiebt sich lediglich der Fokus auf andere Lebensräume und Arten.

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